Der Golf von Guinea erstreckt sich mitten im Atlantischen Ozean entlang der Küsten Westafrikas, von Liberia bis Togo. Seine Inseln vereinen Kolonialgeschichte, unberührte Natur und nahezu menschenleere Strände und zählen damit zu den authentischsten und am wenigsten überlaufenen Reisezielen des Kontinents.
Die wichtigsten Inseln im Golf von Guinea sind São Tomé und Príncipe, die gemeinsam die gleichnamige Republik bilden, sowie die Insel Bioko, die zu Äquatorialguinea gehört und vor der Küste Kameruns liegt. São Tomé ist die größte Insel und Hauptstadt der Republik.
Was es auf der Insel São Tomé zu sehen gibt
Fort São Sebastião
Das zum Schutz der Insel vor äußeren Angriffen errichtete Fort war der wichtigste maritime Verteidigungspunkt der Stadt und des gesamten Archipels. Heute beherbergt es das Nationalmuseum von São Tomé, dessen Gebäude und Umgebung die Kolonialzeit und die portugiesische Präsenz in diesem Teil Afrikas anschaulich vermitteln. Der Blick auf das Meer von den Festungsmauern aus gehört zu den größten Attraktionen.
Präsidentenpalast
Der offizielle Amtssitz des Präsidenten der Republik São Tomé und Príncipe kann nur von außen besichtigt werden. Trotz dieser Einschränkung und möglicher Fotografierverbote lohnt sich ein Besuch allein wegen seiner Architektur.
Kathedrale Nossa Senhora da Graça
Die bedeutendste Kathedrale im gesamten Golf von Guinea befindet sich im Bezirk Água Grande. Ihre zwei großen Glockentürme und das schlichte Innere sind ein unmittelbares Zeugnis der portugiesischen Kolonialarchitektur, die das Erbe der Insel maßgeblich prägt.
Avenida da Independência und Avenida de Conceição
Diese beiden Alleen beherbergen den Großteil des Handels und des Freizeitangebots der Insel: Geschäfte, Banken und die beliebtesten Lokale von São Tomé. Ein unverzichtbarer Spaziergang, um den Alltag der Hauptstadt kennenzulernen.
Mercado Velho und Mercado Novo
Die beiden Hauptmärkte der Insel liegen mitten in der Altstadt. Sie bieten einheimische Lebensmittel, exotische Früchte und Kunsthandwerk und versorgen einen Großteil der Geschäfte und Restaurants der Umgebung. Ihre abgeblätterten Fassaden und verwitterten Wände verleihen ihnen einen authentischen Charakter, der auf anderen afrikanischen Märkten kaum zu finden ist. Die hygienischen Verhältnisse sind einfach, doch das Erlebnis und die Herzlichkeit der Menschen lohnen den Besuch.

Schokoladenfabrik Claudio Corallo
Ein einzigartiger Besuch, um den gesamten Kakaoprozess kennenzulernen: von den Plantagen bis zur fertigen Schokolade. Die Marke Claudio Corallo genießt internationales Ansehen, und die Fabrik ermöglicht einen Einblick sowohl in den Anbau als auch in die Verarbeitung der Frucht. Ein Pflichtbesuch für jeden Reisenden mit Interesse an der lokalen Gastronomie.
Blauer See
Trotz seines Namens ist der Blaue See tatsächlich ein Strand an der Küste von São Tomé. Seine Hauptattraktion sind das kristallklare Wasser, ideal zum Schnorcheln, und die riesigen Affenbrotbäume, die bis unmittelbar ans Ufer reichen und eine einzigartige Landschaft schaffen.
Wasserfall São Nicolau
Der über eine Abzweigung von der Hauptstraße erreichbare Wasserfall liegt inmitten eines ursprünglichen Regenwaldes. Die Umgebung ist ruhig und wenig besucht, was ihn zu einem idealen Ort für alle macht, die Natur abseits des Trubels suchen.
Pico Cão Grande
Eines der bekanntesten Wahrzeichen von São Tomé und Príncipe: eine Vulkanformation, die mehr als 600 Meter über den Boden aufragt und deren Gipfel meist von Wolken verhüllt ist. Es ist ein beliebtes Ziel für Kletterbegeisterte, obwohl eine organisierte Exkursion mit ortskundigen Führern empfohlen wird, da die umliegenden Wälder zahlreiche Schlangen beherbergen.
Insel Rolas
Bekannt als Mittelpunkt der Welt, da sie vom Nullmeridian genau auf der Äquatorlinie durchquert wird, ist Rolas ein Paradies für Taucher. Felsformationen mit üppiger Vegetation, feine Sandstrände und kristallklares Wasser ergeben eine spektakuläre Landschaft, die vom Massentourismus noch weitgehend verschont geblieben ist.
Insel Príncipe
Trotz ihrer geringen Größe beherbergt die Insel Príncipe einige der schönsten Strände Afrikas. Playa Banana, Playa Grande und Playa Boi sind nahezu menschenleer und in einem außergewöhnlichen Naturzustand: Jedes Jahr kommen tausende Meeresschildkröten zum Eierlegen an ihre Ufer, und die Unterwasserwelt in ihren Gewässern ist auf dem Kontinent einzigartig. Eine der unbekanntesten und schönsten Inseln im Golf von Guinea.